Softdrinks: Bereits ein Glas am Tag erhöht Mundkrebsrisiko bei Frauen

Immer mehr Menschen weltweit trinken gesüßte Erfrischungsgetränke. Laut einer neuen Studie könnte dies zur Entwicklung von Mundkrebs beitragen – besonders bei Frauen.
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Auch bei Nichtraucherinnen und Frauen mit keinem oder nur geringem Alkoholkonsum blieb das Risiko deutlich erhöht.Foto: Galina Sandalova/iStock
Von 30. März 2025

Zuckerhaltige Getränke sind in aller Munde – sowohl buchstäblich als auch im übertragenden Sinn. Immer mehr Menschen weltweit konsumieren sie und immer mehr Forscher analysieren ihre Auswirkungen auf die Gesundheit.

Das taten auch die Autoren einer Studie, die kürzlich in der Fachzeitschrift „JAMA Otolaryngology-Head & Neck Surgery“ erschien. Demnach haben Frauen, die einmal täglich gesüßte Erfrischungsgetränke konsumieren, ein fast fünfmal höheres Risiko, an Mundhöhlenkrebs zu erkranken als Frauen, die diese Getränke seltener trinken. Das erhöhte Risiko bleibt laut der Studie bestehen, auch wenn die Frauen nicht oder nur wenig rauchen oder keinen Alkohol trinken oder diesen in moderaten Mengen konsumieren.

An Krebs in Mundhöhle und Rachen erkranken in Deutschland jährlich etwa 13.200 Menschen. Bei Frauen macht er etwa 1,8 Prozent und bei Männern 3,5 Prozent aller Krebserkrankungen aus.

Bisher ging man davon aus, dass diese Krebsart hauptsächlich ältere Männer betrifft, die aufgrund von Faktoren wie Tabak- und starkem Alkoholkonsum ein erhöhtes Risiko haben. Die neuen Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass die Krankheit zunehmend auch Nichtraucherinnen betrifft.

Unerwartetes Risiko

Im Rahmen der Studie beobachteten die Forscher über 30 Jahre hinweg mehr als 162.000 Frauen. Zur Bewertung der Ernährungsgewohnheiten sammelten die Autoren Daten über den Konsum von süßen Erfrischungsgetränken und andere Lebensstilfaktoren.

Laut ihrer Analyse hatten alle Frauen, die täglich einmal oder mehrmals zuckerhaltige Getränke konsumierten, ein 4,87-mal höheres Risiko für Mundhöhlenkrebs als Frauen, die diese Getränke weniger als einmal pro Monat tranken.

Wenn nur jene Gruppen von Frauen berücksichtigt wurden, die Zigaretten und Alkohol nicht oder nur in geringen Mengen konsumierten, aber eines oder mehr zuckerhaltige Getränke pro Tag tranken, erhöhte sich das Risiko um das 5,45-Fache im Vergleich zu Frauen, die zuckerhaltige Getränke weniger als einmal pro Monat tranken. Dies entspricht drei zusätzlichen Krebsfällen pro 100.000 Personen.

„Die Ergebnisse dieser Studie legen nahe, dass wir bei der Entwicklung von Empfehlungen für die öffentliche Gesundheit die Auswirkungen der Ernährung auf das Krebsrisiko berücksichtigen müssen“, schreiben die Forscher.

Hauptverdächtiger: Maissirup mit hohem Fruktosegehalt

Die Studienautoren nannten mehrere mögliche Gründe für ihre Ergebnisse. Ein wichtiger Faktor ist, dass Maissirup mit hohem Fruchtzuckergehalt (High-Fructose Corn Syrup, HFCS) eine häufige Zutat in vielen zuckerhaltigen Getränken ist. Studien zufolge steht ein hoher Konsum von HFCS mit Parodontitis, einer schweren Zahnfleischerkrankung, in Verbindung. Laut Tierstudien könnte dies auch das Tumorwachstum begünstigen.

Darüber hinaus kann der Verzehr großer Mengen von HFCS zu einem schnellen Anstieg des Blutzucker- und Insulinspiegels führen. Das kann wiederum eine Insulinresistenz und einen erhöhten Spiegel des insulinähnlichen Wachstumsfaktors IGF-1 zur Folge haben. IGF-1 ist ein Hormon, das mit der Entstehung von Krebs in Verbindung gebracht wird.

Schließlich kann HFCS Entzündungen verursachen, die das Gleichgewicht der Bakterien im Mund stören können. Dieser Zustand ist als orale Dysbiose bekannt und gilt ebenfalls als Risikofaktor für Mundhöhlenkrebs.

Die Deutschen essen zu viel Zucker

Laut den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte zugesetzter Zucker nicht mehr als 10 Prozent der gesamten täglichen Kalorienzufuhr ausmachen. Bei einem durchschnittlichen Erwachsenen entspricht das etwa 50 Gramm Zucker pro Tag. In Deutschland macht zugesetzter Zucker jedoch rund 16,6 Prozent der gesamten Energiezufuhr aus. Das sind etwa 83 Gramm täglich.

Ferner zeigten frühere Untersuchungen, dass ein höherer Konsum von zugesetztem Zucker und zuckerhaltigen Getränken mit einer erhöhten Prävalenz von Zahnerkrankungen bei jungen Erwachsenen zusammenhängt. Das steht mit Krebserkrankungen wie Darm- und Lungenkrebs in Verbindung. Der Grund dafür könnte eine chronische Entzündung sein, die sich über den Mund hinaus ausbreitet und möglicherweise zur Entwicklung von Krebszellen beiträgt.

Zucker in Maßen genießen

Insgesamt steigt der Zuckerkonsum weltweit weiter an. Um bessere gesundheitliche Auswirkungen zu haben, sollten die Menschen ihre Aufnahme von zugesetztem Zucker einschränken, schreibt die WHO. Die Ergebnisse der neuen Studie bekräftigen diese Aufforderung.

Sowohl HFCS als auch Haushaltszucker hätten einen ähnlichen Einfluss auf das Krankheitsrisiko, wenn sie in großen Mengen konsumiert werden. Beide würden außerdem ähnliche negative Folgen haben, erklärte Julianna Coughlin gegenüber Epoch Times. Sie ist eingetragene Ernährungsberaterin, Diätologin und Inhaberin von One Right Step Nutrition Counseling, einer Ernährungsberatungspraxis in den USA.

Wer generell auf Maissirup verzichten möchte, sollte alle Produkte mit den folgenden Zutaten auf dem Etikett meiden:

  • Maissirup, 
  • Fructose-Glucose-Sirup, 
  • Glucose-Fructose-Sirup
  • High Fructose Corn Sirup.

Coughlin empfiehlt auch, auf Zuckeralternativen umzusteigen. „Gesunde Ersatzstoffe für HFCS und Haushaltszucker sind natürliche Zuckeralternativen wie Stevia und Mönchsfrucht und auch einfach natürliche Zucker wie Früchte“, sagte sie.

Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

Zuerst erschienen auf theepochtimes.com unter dem Titel „Sugary Drinks Linked to an Increase in Oral Cancer Risk Among Women: New Research“. (redaktionelle Bearbeitung as)



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