Straftäter abschieben
Taliban offen für Rücknahme afghanischer Flüchtlinge – unter Bedingungen
Im Prinzip sind die Taliban bereit, straffällige afghanische Migranten aus Deutschland zurückzunehmen. Doch eine Drittstaatenlösung wollen die Taliban nicht akzeptieren. Sie fordern direkte Gespräche.

Taliban machen Fotos mit einem Sportwagen, während afghanische Autofahrer am 1. Februar 2024 am Qargha-See am Stadtrand von Kabul für einen Rennwettbewerb üben.
Foto: Wakil Kohsar/AFP via Getty Images
Die von den Taliban geführte Regierung Afghanistans ist prinzipiell offen für die Rücknahme straffällig gewordener afghanischer Migranten und Flüchtlinge aus Deutschland, stellt aber Forderungen an die Bundesregierung.
Eine Drittstaatenlösung über Usbekistan sei „nicht akzeptabel“, sagte der stellvertretende Flüchtlingsminister Muhammad Arsala Kharutai den Zeitungen der Funke-Mediengruppe in einem Gespräch in der afghanischen Hauptstadt Kabul.
Direkte Kontaktaufnahme erwartet
Er erwarte eine direkte Kontaktaufnahme der Bundesregierung. Die deutsche Regierung spreche oft von Menschenrechten und fordere sie ein.
„Der beste Weg, die Menschenrechte der Abzuschiebenden zu schützen, das heißt, dafür zu sorgen, dass sie sicher nach Afghanistan zurückkehren, ist, direkt mit der afghanischen Regierung zu sprechen“, so Kharutai.
Die Taliban wollen ausschließen, dass Gefährder nach Afghanistan gelangen, die vom sogenannten „Islamischen Staat“ rekrutiert wurden.
„Im Einklang mit den Wiener Konventionen und internationalen Gepflogenheiten sollte eine Reihe von Bedingungen erfüllt sein, wie beispielsweise Sicherheitskontrollen oder Identitätsüberprüfungen, bevor ein Aufnahmeland Personen in ihr Herkunftsland zurückführt“, so Abdul Qahar Balkhi, Sprecher des Außenministeriums.
Zudem erwarten die Taliban nach Angaben von Balkhi, dass afghanische Staatsangehörige wieder Zugang zu konsularischen Dienstleistungen „ohne Diskriminierung und Politisierung der Angelegenheit“ erhalten. (dts/red)
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