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USA

Mehrere Frauen verklagen Uber wegen sexueller Übergriffe

Uber-Fahrer sollen im Lauf der vergangenen Jahre immer wieder Frauen sexuell belästigt haben, auch von Entführungen und Vergewaltigungen ist die Rede. Den Konzern erreicht eine Sammelklage.

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Uber ist in den USA wegen sexueller Übergriffe von Fahrern mit einer Sammelklage konfrontiert.

Foto: Mark Lennihan/AP/dpa

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Lesedauer: 3 Min.

Der Taxi-Rivale Uber ist in den USA wegen sexueller Übergriffe und Gewalt mit Klagen einer Reihe von Frauen konfrontiert. Die Klägerinnen werfen dem Unternehmen vor, jahrelang nicht genug gegen diese Probleme unternommen zu haben.
Dem Management sei der Ernst der Lage seit 2014 klar gewesen, trotzdem habe es seitdem viele weitere Fälle gegeben, die von Belästigungen bis hin zu Entführungen und Vergewaltigungen reichten. Das teilte die US-Kanzlei Slater Slater Schulman am Mittwoch (Ortszeit) in San Francisco mit. Sie vertritt nach eigenen Angaben rund 550 Mandantinnen und prüft mindestens 150 weitere Fälle.

Stellungnahme von Uber

Uber erklärte auf Nachfrage zunächst, sich zu offenen Rechtsverfahren nicht äußern zu können. Später gab der Fahrdienstvermittler doch noch eine Stellungnahme ab und erklärte: „Sexuelle Übergriffe sind ein entsetzliches Verbrechen und wir nehmen jeden einzelnen Bericht ernst“. Eine Sprecherin des Unternehmens wies zudem darauf hin, dass das Rechtsverfahren bereits seit Februar 2022 laufe. Zur konkreten Anzahl der bislang eingereichten Klagen und der Frage, wie viele der 550 von der Anwaltsfirma erwähnten Mandantinnen sich bereits daran beteiligten, machten Uber und die Kanzlei widersprüchliche Angaben.
Die Probleme an sich sind ohnehin seit Langem bekannt. Erst vor rund zwei Wochen veröffentlichte der Konzern das Ergebnis einer eigenen Untersuchung, wonach es allein in den Jahren 2019 und 2020 Berichte über 3824 sexuelle Übergriffe von Fahrern gab. Uber hat sich deshalb auch in der Vergangenheit schon mit Klagen auseinandersetzen müssen. 2018 etwa akzeptierte das Unternehmen einen Vergleich mit zwei Frauen. Uber betont, die Probleme ernstzunehmen und Maßnahmen dagegen zu ergreifen. Doch nicht alle kaufen dem Konzern das ab.

Mögliche Maßnahmen

„Uber könnte so viel mehr tun, um seine Mitfahrerinnen und Mitfahrer zu schützen“, meint Klägeranwalt Adam Slater. „Kameras, um Angriffe zu verhindern, robustere Background-Checks für Fahrer, ein Warnsystem, wenn Fahrer von ihren Routen abweichen.“ Doch das Unternehmen lehne diese Maßnahmen ab.
In der Vergangenheit hat Uber sich unter anderem damit verteidigt, nicht für das Verhalten von Fahrern zur Verantwortung gezogen werden zu können, da diese keine festen Mitarbeiter seien. Das Unternehmen behauptet aber auch, seine Fahrer gründlich zu überprüfen und bereits Sicherheitsmaßnahmen eingeführt zu haben – zum Beispiel einen Notfall-Button in der App.
Für den in der Vergangenheit schon häufig wegen seines aggressiven Geschäftsgebarens kritisierten US-Konzern kommen die Anschuldigungen zur Unzeit. Vor wenigen Tagen erst geriet Uber durch ein großes Daten-Leck unter Druck, das das ganze Ausmaß der umstrittenen und mitunter am Rande der Legalität stattfindenden Lobby-Arbeit der Jahre 2013 bis 2017 aufzeigte.
Die Unterlagen stammen allerdings aus der Ära von Mitgründer und Ex-Chef Travis Kalanick. Er trat 2017 nach Skandalen zurück, die von Sexismus und Diskriminierung über Technologie-Diebstahl bis hin zu Spionage-Affären reichten. Heute distanziert sich das Unternehmen von Kalanick und seinen Methoden. (dpa/mf)

Kommentare

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XYXvor 3 Jahren

Einer Firma wie Uber oder Amazon würde ich die Geschäftstätigkeit generell untersagen. Die Einsparungen für den Kunden sind einfach zu gering, um minderwertige Standards zu akzeptieren. Das gilt auch für andere "Dienstleistungsunternehmen", die außer einer App nichts zu bieten haben.

Deutschfranzosevor 3 Jahren

Warum verbieten? Sie verstehen offensichtlich nichts von Markwirtschaft. Es ist Sache des Kunden, ob er das Angebot annimmt, nicht die Entscheidung eines Wohlmeinenden (von denen wir wahrlich genug in diesem Land haben), wer mit wem Geschäfte machen kann und darf. NOCH sind wir nicht in der DDR 2.0, wenn wir auch (u.a. mit solchen Vorschlägen) uns mit 7-Meilenstiefeln dorthin begeben.

XYXvor 3 Jahren

Das sagt mir jemand, der bestimmt nicht für so tolle Unternehmen wie Uber oder Amazon arbeitet. Glückauf!

sonyvor 3 Jahren

Jeder darf Arbeiten wo er will, noch wird niemand gezwungen. Sehen Sie das anders?

josef karnervor 3 Jahren

Natürlich darf er. Aber es gibt Berufe, in denen man einen behördlichen Befähigungsnachweis vorweisen muß. Dazu gehören Taxifahrer.

josef karnervor 3 Jahren

Taxifahrer müssen eine teure Prüfung ablegen um ihren Taxlerschein zu bekommen. Nur solche dürfen ein Taxi mit zahlenden Kunden lenken. Dann gibt es da noch andere, sehr strenge Vorschriften zur Personenbeförderung.

Marktwirtschaft? Uberfahrer sind privat unterwegs und nehmen Privatkunden (vermittelt durch Uber) mit.

Taxis gehören zum Personenbeförderungsgewerbe. Die Fahrer müssen daür ausgebildet und behördlich zugelassen sein.

Das sind Uberfahrer nicht.

.

Können Sie eine Zahnordination aufmachen und Metzger als Zahnärzte einstellen?

Deshalb hat das nichts mit freier Marktwirtschaft zu tun.

Martin Schmidtvor 3 Jahren

Nicht genug dagegen unternommen? Da wird Uber sagen das sie in den AGB`s sexuelle Übergriffe ausgeschlossen haben. Mehr kann man nun wirklich nicht erwarten.

otto5vor 3 Jahren

Der Irrsinn nimmt kein Ende, da geht es den Damen wie Amber Heard nur ums Geld. In den USA reicht schon ein falscher Blick auf die Damen. Hoffentlich wird die Klage abgeschmettert. Hat nichts mit Frauenfeindlichkeit zu tun.

sonyvor 3 Jahren

Richtig. Anscheinend wollen diese "Damen" nur ihren Fahrpreis plus Bonus zurück. Dass gewisse sex. Belästigungen nicht immer der Wahrheit entsprechen, ist mittlerweile bekannt.

josef karnervor 3 Jahren

Also. Wegen 20 oder 30 US$ wird kaum jemand eine Gerichtsverhandlung in Kauf nehmen.