Godzilla-Ei oder Dragon Ball? Rätselraten um mysteriöse Eisenkugel in Japan
Am Strand von Enshu, an der japanischen Pazifikküste, ist eine mysteriöse Riesenkugel aus Metall aufgetaucht. Offenbar wurde das verrostete Objekt vom Meer angespült, berichtete „NHK News“. Die zuständige Polizei der Stadt Hamamatsu hat das Gebiet rund um die Fundstelle am Dienstag, 21. Februar, zeitweise abgesperrt und das Bombeneinsatz-Kommando alarmiert. Das Team untersuchte das Objekt mit Röntgentechnik und stellte fest: Die Kugel ist hohl.
Was bisher als sicher gilt
Als sicher gilt bisher, dass das Objekt nicht explosiv ist und einen Durchmesser von etwa 1,5 Metern hat. An zwei Seiten sind griffähnliche Halterungen zu finden. Eine Anwohnerin hatte die Kugel entdeckt und der örtlichen Polizei gemeldet.
Ein anderer Einheimischer, der regelmäßig am Strand joggt, sagte, er habe die Kugel schon länger dort liegen sehen. Er könne die plötzliche Aufregung und mediale Aufmerksamkeit nicht verstehen. „Sie liegt seit einem Monat dort“, heißt es in einem Video von „NHK News“ auf der Kommunikationsplattform Twitter. „Ich habe versucht, sie anzuschieben, aber sie bewegt sich nicht“, erklärte der Jogger.
A mysterious metal ball spotted on a beach in Hamamatsu City this week prompted local police to scramble the bomb squad. A careful examination revealed it is not a threat — but shed no light on what it actually is. pic.twitter.com/ytClWsP0bw
— NHK WORLD News (@NHKWORLD_News) February 21, 2023
Dragon Ball, Godzilla-Ei oder Heliumtank?
Worum es sich bei dem ungewöhnlichen Objekt handelt und woher es kam, bleibt für die Behörden weiterhin ein Rätsel. In den sozialen Medien kursieren derweil allerlei Spekulationen. Einige lassen dabei ihrer Fantasie freien Lauf.
„Könnte es aus dem Weltall kommen?“, stellte ein Twitter-Nutzer die Frage in den Raum. Anime-Fans witzelten, man habe einen „Dragon Ball“ gefunden – eine Wunschkugel wie aus der beliebten Manga-Serie. Andere wiederum verglichen die Metallkugel mit einem Godzilla-Ei. Technikversierte Nutzer vermuten hier einen heruntergefallenen Heliumtank einer Rakete.
Boule Mystérieuse ?! … 😏😂
C’est donc juste Dragon Ball live et non des Aliens 😂#Enshuhama #Hamamatsu #Shizuoka #Japan #Mysterious #DBZ #DRAGONBALL #ovni #alien #japon pic.twitter.com/CLZEYQYw5D— TvPopTv (@PopMovieTv) February 21, 2023
Debatte um chinesische Spionageballons entfacht
Debattiert wurde auch, ob der ungewöhnliche Fund etwas mit dem mutmaßlichen chinesischen Spionageballon zu tun haben könnte. Im Februar wurden in den Vereinigten Staaten und Kanada mehrere unbekannte Flugobjekte entdeckt und abgeschossen.
Auch in Japan sollte es in der Vergangenheit ähnliche Fälle gegeben haben. Das japanische Verteidigungsministerium veröffentlichte kürzlich den „starken Verdacht“, dass mehrere „chinesische Spionageballons“ in den Jahren 2019 bis 2021 über seinem Hoheitsgebiet gesichtet worden waren.
Japan will künftig härter gegen unbemannte Flugzeuge, Drohnen und Ballons vorgehen. Am 14. Februar billigte die regierende Partei einen entsprechenden Gesetzesvorschlag. Verdächtige Flugobjekte sollen demnach abgeschossen werden dürfen, wenn diese eine Gefahr für den zivilen Luftverkehr darstellten. Und zwar auch dann, wenn es sich nicht um eine legitime Selbstverteidigung handle.
Eisenkugel wartet auf Besitzer
Geschossen wurde im Fall der Riesenkugel am Strand von Enshu jedenfalls nicht. Fraglich ist auch, ob das schwere Objekt jemals durch die Luft geflogen ist. Vielleicht hatte es auch einen ganz bodenständigen Zweck zu erfüllen. Wegen der beiden Metallgriffe an den Seiten besteht die Vermutung, dass es sich bei dem Mysterium auch schlicht um eine verrostete Ankerboje handeln könnte. Bestätigen könnten dies die Behörden nicht. Andere vermuten, dass es sich um ein Teil eines Schleppnetzes aus der Fischerei handelt. Diese Fangmethode ist allerdings seit einiger Zeit verboten.
Die Kugel wurde am Donnerstag (23.02.) abtransportiert und nun für eine bestimmte Zeit aufbewahrt – für den Fall, dass jemand sie doch noch abholen möchte. Falls nicht, soll sie ganz „normal entsorgt“ werden.
(Mit Material von theepochtimes.com)
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