Unabhängigkeit von US-Kampfjets – Airbus will Projekt umbauen

Michael Schöllhorn, Chef des Rüstungskonzerns Airbus Defence and Space, hofft auf europäische Unabhängigkeit von US-Kampfjets und setzt dabei auf den Umbau des europäischen Kampfjetprojekts FCAS für eine sechste Generation. Eigenständigkeit müsse auch das Ziel in der Raumfahrt sein.
Taurus-Marschflugkörper - hier unter einem Kampfjet vom Typ Tornado - gelten als besonders schlagkräftige Waffen. Könnten sie künftig eine Sicherheitsgarantie für die Ukraine sein? (Archivbild)
Die EU möchte Unabhängigkeit von den USA auch in Sachen Militärgütern. Hier der Kampfjet Tornado.Foto: Andrea Bienert/Bundeswehr/dpa
Epoch Times31. März 2025

Der Chef des Rüstungskonzerns Airbus Defence and Space, Michael Schöllhorn, will das europäische Kampfjetprojekt FCAS (Future Combat Air System) umbauen, um schneller unabhängig von US-Rüstungsgütern zu werden.

„Wir sollten die autonomen Flugkörper und ihre Vernetzung schneller entwickeln und spätestens 2029 an den Markt bringen“, sagte der Airbus-Manager dem „Spiegel“.

„Wenn wir es jetzt nicht schaffen, die Kräfte für ein europäisches Luftkampfsystem der sechsten Generation zu bündeln, wann dann“, so Schöllhorn. Europa solle in einigen Jahren nicht wieder in die Verlegenheit geraten, auf ein US-System zurückgreifen zu müssen, „weil wir es nicht geschafft haben, rechtzeitig unsere eigene Lösung zu entwickeln“.

Keine Abbestellung der US-Kampfflugzeuge

FCAS steht für einen Systemverbund mit bemannten Flugzeugen, Drohnen und vernetzter Gefechtsführung und soll 2040 fertiggestellt werden. Eine Abbestellung der US-F-35-Kampfflugzeuge, die die Bundesregierung für den möglichen Einsatz von Atomwaffen im Kriegsfall bestellt hat, hält Schöllhorn indes „für Unsinn“.

Zum Zeitpunkt der Bestellung habe es keine Alternative dazu gegeben, weil man den Eurofighter nicht frühzeitig für die atomare Teilhabe befähigt habe. „Allerdings sollten wir die restlichen Tornados nicht durch F-35-Flugzeuge ersetzen.“

Mehr Unabhängigkeit fordert Schöllhorn auch in der Raumfahrt, wo man zu stark von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX und dem Satellitensystem Starlink abhänge. „Da müsste Europa künftig wesentlich mehr investieren, der Krieg der Zukunft wird auch im Weltall ausgetragen.“

Es müsse das Ziel sein, auch bei den Trägerraketen, die Satelliten ins All bringen, bis 2029 unabhängig zu werden, dabei könnten neben der Ariane und der kleineren Trägerrakete Vega auch neue Miniraketen ihren Beitrag leisten.

Satellitenkommunikation soll eigenständig werden

Im Bereich der Satellitenkommunikation müsse Europa „einen eigenen Weg finden und nicht einfach kopieren, was Amerikaner oder Chinesen machen“. Man solle Zug um Zug eine effektive Satellitenkonstellation bauen, statt „einen teuren und überbordenden Big-Bang-Ansatz“ zu verfolgen.

Er verstehe nicht, „warum man mit der Entwicklung der europäischen Satellitenkonstellation Iris2, die für eine flächendeckende Internetanbindung sorgen könnte, nicht schon vor drei Jahren angefangen hat“. (dts/red)



Epoch TV
Epoch Vital
Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Dies umfasst ebenso abschweifende Kommentare, die keinen konkreten Bezug zum jeweiligen Artikel haben. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.


Ihre Epoch Times - Redaktion