DAX erholt sich etwas von Autozoll-Schock

An den Börsen rangieren die Autounternehmen heute auf den hinteren Plätzen. An der Spitze bleiben Zalando, Henkel und Vonovia.
Handelssaal der Deutschen Börse
Im Handelssaal der Deutschen Börse.Foto: Boris Roessler/dpa
Epoch Times27. März 2025

Der DAX hat sich am Donnerstag nach einem schwachen Start leicht erholt, ist aber bis zum Mittag klar im roten Bereich geblieben. Gegen 12:30 betrug der Index 22.650 und sank dadurch um 0,8 Prozent gegenüber dem vorherigen Handelstag.

Zalando blieb weiterhin größter Gewinner des Tages, gefolgt von Henkel und Vonovia. Zu den Autobauern Porsche, Mercedes-Benz und der Porsche Holding gesellte sich der Baustoffkonzern Heidelberg Materials auf den hintersten Plätzen.

Der Goldpreis liegt weiterhin bei über 3.000 Euro pro Unze und stieg im Vergleich zum Vortag auf 3.051 Euro.

Der DAX reagierte offenbar auf die von US-Präsident Donald Trump beschlossenen Zölle auf Autoimporte. Jochen Stanzl, Marktanalytiker von CMC Markets, sagte: „Die neuen Zölle werden die Situation der deutschen Autobauer, deren Gewinne bereits deutlich eingebrochen sind, weiter erschweren.“ Die USA seien der wichtigste Handelspartner.

„Der Ausverkauf bei asiatischen Autoherstellern, vor allem bei den ähnlich stark betroffenen südkoreanischen Herstellern, wirft einen Schatten voraus“, so Stanzl.

IfW: Auswirkungen auf Deutschland

Für Deutschland dürften sich die Auswirkungen erst einmal in Grenzen halten, besagen Berechnungen des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW). Kurzfristig würde das reale Bruttoinlandsprodukt um 0,18 Prozent sinken.

„Auch wenn die Autoindustrie global sehr sichtbar ist und ein Zollsatz von 25 Prozent im historischen Vergleich sehr hoch ist – außerhalb Nordamerikas bleiben die gesamtwirtschaftlichen Effekte überschaubar“, sagte IfW-Ökonom Julian Hinz, Professor für Internationale Volkswirtschaftslehre an der Universität Bielefeld.

Laut Hinz sind die geringen Auswirkungen hierzulande darauf zurückzuführen, dass Hersteller ihre Autos in der Regel in der Nähe der Absatzmärkte produzieren. Viele deutsche Automobilhersteller haben in den vergangenen Jahren ihre Produktion in den USA ausgebaut.

Ölpreis gesunken

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, sie bedaure die US-Entscheidung „zutiefst“. Zölle seien „schlecht für Unternehmen und noch schlechter für Verbraucher“, sowohl in der EU als auch in den USA. Die EU werde ihre wirtschaftlichen Interessen verteidigen, zugleich aber eine Verhandlungslösung anstreben.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Donnerstagmittag stärker: Ein Euro kostete 1,0793 US-Dollar; ein Dollar war dementsprechend für 0,9265 Euro zu haben.

Der Ölpreis sank unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Donnerstagnachmittag gegen 12 Uhr deutscher Zeit 73,52 US-Dollar, das waren 27 Cent oder 0,4 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags. (dts/red)



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