Proteste auf Mallorca: Grüne haben Verständnis – Union fordert gute Tourismuspolitik

Die Grünen unterstützen die Proteste auf Mallorca gegen den Massentourismus und fordern nachhaltige Konzepte. Die Union warnt zudem vor wirtschaftlichen Einbußen und betont die Bedeutung des Tourismus für Arbeitsplätze und Infrastruktur.
Urlaubern und Einheimischen, die etwa mit geöffneter Bierdose an «falscher» Stelle erwischt werden, droht nun ein Bußgeld zwischen 500 und 1500 Euro.
Urlaubern und Einheimischen in Mallorca, die etwa mit geöffneter Bierdose an „falscher“ Stelle erwischt werden, droht nun ein Bußgeld zwischen 500 und 1500 Euro.Foto: Clara Margais/dpa
Epoch Times21. Juli 2024

Die Grünen halten die erneuten Proteste auf Mallorca gegen zu viel Tourismus für berechtigt. „Ich habe Verständnis, wenn sich die Bevölkerung dort zur Wehr setzt, wo sich durch Massentourismus Schäden einstellen“, sagte der Tourismus-Experte der Bundestagsfraktion, Matthias Gastel, der „Rheinischen Post“.

„Wenn Wohnraummangel, Wasserknappheit und Müllberge die Folgen von Inseltourismus sind, der von Masse statt von Qualität geprägt ist, dann ist im Interesse von Mensch und Natur Handeln angesagt.“

Touristen spazieren am 6. Juli 2024 um die Kathedrale von Palma in Palma de Mallorca. Foto: Jaime Reina/AFP via Getty Images

Im Tourismus müsse viel stärker auf Nachhaltigkeit geachtet werden. „Dies umfasst die Umweltbelastungen bei der An- und Abreise ebenso wie vor Ort.“ Der wachsende Druck auf die Branche sei daher richtig, „hier zusammen mit der Politik Konzepte zu entwickeln“, sagte Gastel.

Es wird erwartet, dass fast 41 Millionen internationale Touristen in diesem Sommer Spanien besuchen, was einen neuen Rekord darstellen würde, sagte das Tourismusministerium am 11. Juli 2024. Sollten die Prognosen zutreffen, wäre die Zahl 13 Prozent höher als im Sommer 2023, der ebenfalls einen Rekord darstellte, hieß es in einer Erklärung des Ministeriums.

Union: Urlauber sichern Arbeitsplätze

Die Union warnte derweil davor, deutsche Urlauber zu verschrecken. „Die Urlauber auch aus Deutschland sichern Arbeitsplätze, sorgen für Steuereinnahmen, die wiederum in Investitionen in die Infrastruktur vor Ort fließen“, sagte die tourismuspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Anja Karliczek (CDU), der „Rheinischen Post“.

Der Tourismus sei daher ein „wichtiger Teil der Wirtschaftsleistung nicht nur auf Mallorca, sondern in vielen südeuropäischen Ländern“.

Demonstranten halten ein Transparent mit der Aufschrift „Mallorca ist nicht zu verkaufen“ während einer Demonstration gegen den Massentourismus und der Immobilienpreise in Palma de Mallorca am 25. Mai 2024. Foto: Jaime Reina/AFP via Getty Images

Zugleich zeigte Karliczek Verständnis für den Protest: „Aber natürlich sorgt der Overtourismus auch für Probleme.“

So sei nicht hinnehmbar, dass es durch die Marktmacht von Vermietungskonzernen zu einem Verdrängungswettbewerb auf dem Immobilienmarkt komme.

Das sorgt – nicht nur auf Mallorca, sondern auch bei uns – für Unmut in der Bevölkerung, die diese Preise nicht mehr bezahlen können.“

Eine gute Tourismuspolitik müsse daher dafür sorgen, „dass die positiven Effekte des Tourismus auch der einheimischen Bevölkerung zugutekommen“. Dafür müsse sich auch Deutschland stärker als bisher einsetzen, sagte Karliczek.

Tausende von Menschen demonstrierten in der spanischen Stadt Palma de Mallorca unter dem Motto „Mallorca ist nicht käuflich“ gegen den überbordenden Tourismus, eine der Hauptquellen des Wohlstands in der Region. (dts/red)



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