Russisches Erdöllager für Atombomber nach ukrainischem Drohnenangriff in Flammen

Nach einem massivem ukrainischen Drohnenangriff auf das Treibstofflager eines russischen Luftwaffenstützpunktes für Langstreckenbomber soll ein bisher durch die Feuerwehr unkontrollierbares Feuer ausgebrochen sein.
Titelbild
Flammen schlagen aus brennenden Benzin-Lagertanks heraus (Symbolfoto).Foto: Sam Panthaky/AFP über Getty Images
Von 9. Januar 2025

Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben bei einem Drohnenangriff rund 600 Kilometer von ihrer Grenze entferntes russisches Erdöllager getroffen. Das Lager in Engels in der Region Saratow, das der Versorgung der russischen Luftwaffe mit Treibstoff diene, sei über Nacht attackiert worden, erklärte die ukrainische Armee am Mittwoch, 8. Januar, im Onlinedienst Telegram.

Nach russischen Angaben soll das Treibstofflager den zweiten Tag in Folge in Brand stehen. „Die Rettungsdienste kämpfen weiterhin mit den Folgen des Drohnenangriffs“, teilte Regionalgouverneur Roman Busargin am Donnerstag im Onlinedienst Telegram mit. Experten zufolge werde es „eine gewisse Zeit“ dauern, bis das Feuer unter Kontrolle sei, fügte er hinzu.

Busargin versicherte gleichzeitig, die Situation sei unter Kontrolle, Wohngebäude seien nicht in Gefahr. Bei dem Brand waren Behördenangaben zufolge am Mittwoch zwei Feuerwehrleute ums Leben gekommen.

Laut dem ukrainischen Medium „Kyiv Independent“ hätten Anwohner vor dem Ausbruch des Feuers mindestens fünf Explosionen gehört.

Die Zerstörung des Depots schaffe für die Luftwaffe „ernsthafte logistische Probleme“ und verringere deren Fähigkeit, „friedliche ukrainische Städte und zivile Objekte anzugreifen, erheblich“, erklärte der ukrainische Generalstab. Das Lager habe den Militärflugplatz Engels-2 versorgt, wo Russlands „strategische Luftwaffe“ stationiert sei.

Dort sind Langstreckenbomber wie die Tu-95 und Tu-160 stationiert. Sie können sowohl mit nuklearen als auch konventionellen Bomben bestückt werden. Russland soll von dort aus wiederholt Langstreckenangriffe auf die Ukraine durchgeführt haben.

Russland meldet das Abfangen von 32 ukrainischen Drohnen

Russische Behörden hatten zuvor einen ukrainischen Angriff auf die Region Saratow mit Drohnen gemeldet. Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte, dass in der Nacht zu Mittwoch 32 ukrainische Drohnen abgefangen worden seien, elf davon über der Region Saratow. Regionalgouverneur Roman Busargin zufolge war nach einem ukrainischen Drohnenangriff ein Brand in einer nicht näher benannten Industrieanlage ausgebrochen, dabei sei niemand verletzt worden.

Das ist nicht der erste Angriff auf den russischen Luftwaffenstützpunkt in Engels. Immer wieder gab es ukrainische Drohnenangriffe auf die Infrastruktur der Militäreinrichtung. Der jetzige Angriff ist aber der aus ukrainischer Sicht bisher erfolgreichste.

Die Ukraine hatte in den vergangenen Monaten mehrfach Einrichtungen der russischen Erdöl-Industrie angegriffen und als Ziel ausgegeben, die Einnahmen aus dem Energiesektor zu senken, mit dem Russland sein militärisches Vorgehen in der Ukraine finanziert. Auch wollte man damit die Treibstoffversorgung des russischen Militärs hemmen.

Ukraine meldet Abschuss von 41 russischen Drohnen

Ukrainische Behörden berichteten ihrerseits von insgesamt 64 russischen Drohnen über dem eigenen Staatsgebiet. 41 davon seien abgeschossen worden, 22 mit Störsystemen zum Absturz gebracht oder aus dem Blickfeld der Luftabwehr-Radaranlagen geraten.

Stunden nach dem Drohnenangriff auf das Erdöllager in Engels hatte die russische Armee die Stadt Saporischschja im Süden der Ukraine angegriffen. Laut den Behörden wurden 13 Menschen getötet und 113 Menschen verletzt. Am Donnerstag wurden zudem bei einem russischen Angriff auf die südliche Region Cherson nach ukrainischen Angaben zwei Menschen getötet.

Wolodymyr Selenskyj reiste zu einem Treffen zur Unterstützung der Ukraine nach Deutschland. Neben seiner Teilnahme an dem Treffen im sogenannten Ramstein-Format auf dem gleichnamigen US-Luftwaffenstützpunkt in Rheinland-Pfalz plane er auch Gespräche auf Ebene der Verteidigungsminister und Militärkommandeure zu führen, sagte der ukrainische Präsident in seiner allabendlichen Videoansprache

In Ramstein kamen am Donnerstag zum letzten Mal vor dem Amtsantritt von Donald Trump als US-Präsident Verteidigungsminister der Ukraine-Kontaktgruppe zusammen. Dabei ging es vor dem Hintergrund der neuen US-Regierung sowohl um die Zukunft der Ukraine-Hilfe als auch die Zukunft des Ramstein-Formats selbst gehen. Trump hatte wiederholt die massiven US-Hilfen für die Ukraine kritisiert.

(Mit Material der Nachrichtenagenturen)



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