Nach Vance: Dänische Regierungschefin kündigt Besuch in Grönland an

Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen reist nach Grönland, um die Zusammenarbeit mit dem Gebiet zu festigen.
Titelbild
Traditionelle Häuser in bunten Farben in Nuuk, Grönland.Foto: Leon Neal/Getty Images
Epoch Times29. März 2025

Einen Tag nach dem Besuch von US-Vizepräsident JD Vance auf einem US-Militärstützpunkt in Grönland hat die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen eine Reise auf die Insel angekündigt. Sie werde sich von Mittwoch bis Freitag in Grönland aufhalten, um die „Einheit“ zwischen Dänemark und dem arktischen Inselgebiet zu stärken, teilte ihr Büro am Samstag mit.

Sie freue sich darauf, mit dem künftigen grönländischen Regierungschef Jens Frederik Nielsen die „enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Grönland und Dänemark“ fortzusetzen, wurde Frederiksen in der Mitteilung zitiert.

Internationale Sicherheit

Die dänische Regierung hatte zuvor die Vorhaltungen von Vance wegen ihres Umgangs mit Grönland zurückgewiesen. „Wir sind offen für Kritik, aber um ehrlich zu sein, schätzen wir den Ton nicht, in dem sie formuliert wurde“, sagte Außenminister Lars Lökke Rasmussen in einem Video, das am Samstag im Onlinedienst X veröffentlicht wurde.

„So redet man nicht mit engen Verbündeten – und ich betrachte Dänemark und die USA immer noch als enge Verbündete“, fuhr der dänische Chefdiplomat fort. Frederiksen hatte Vances Kritik bereits am Freitag zurückgewiesen.

Vance hatte am Freitag mit seiner Frau und dem Nationalen Sicherheitsberater Mike Waltz dem US-Militärstützpunkt Pituffik in Grönland einen Kurzbesuch abgestattet. „Unsere Botschaft an Dänemark ist sehr einfach: Sie haben keine gute Arbeit für die Menschen in Grönland geleistet“, sagte der US-Vizepräsident dabei. Die dänische Regierung habe „zu wenig in die Menschen in Grönland“ sowie zu wenig in die Sicherheitsarchitektur investiert.

Der Militärstützpunkt Pituffik ist ein Vorposten der US-Luftabwehr gegen Raketenangriffe vor allem aus Russland. Die kürzeste Distanz für russische Raketen gegen Ziele in den USA führt über Grönland.

US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag gesagt, dass sein Land Grönland zur Wahrung der „internationalen Sicherheit“ brauche. Zuvor hatte er wiederholt seine Absicht geäußert, das arktische Inselgebiet unter US-Kontrolle bringen zu wollen.

Grönland und Dänemark lehnen eine Annexion ab. Auf der größten Insel der Welt leben rund 57.000 Menschen. Im Boden lagern wertvolle Rohstoffe, die bisher kaum genutzt werden. Seit 1979 ist Grönland in vielen Bereichen autonom, doch entscheidet etwa über Außen- und Verteidigungspolitik noch immer die ehemalige Kolonialmacht Dänemark. (afp/red)



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