Northvolt reicht Insolvenzantrag in Schweden ein – Ungewissheit um Batteriepläne bei Heide

Der schwedische Batteriehersteller Northvolt ist mit seinem Sanierungsverfahren unter US-Gläubigerschutz gescheitert und hat in seinem Heimatland einen Insolvenzantrag gestellt.
Es sei nicht gelungen, „die finanziellen Voraussetzungen zu schaffen, um die Geschäftstätigkeit in der derzeitigen Form fortzusetzen“, erklärte Northvolt. Das Unternehmen, das eine Batteriezellenfabrik in Schleswig-Holstein baut, begann im November ein sogenanntes Chapter-11-Insolvenzverfahren in den USA.
Die deutschen und amerikanischen Tochtergesellschaften des Konzerns meldeten dagegen keine Insolvenz an. Als hundertprozentige Tochtergesellschaften würden alle Entscheidungen, die diese Unternehmen betreffen, vom gerichtlich bestellten Treuhänder in Absprache mit den Kreditgebern der Gruppe „zu gegebener Zeit“ getroffen, hieß es.
Das Unternehmen hat Mikael Kubu als Treuhänder vorgeschlagen. Wie lange das Insolvenzverfahren nach schwedischem Recht dauern wird, ist unklar.
Neubau der Fabrik in Heide unklar
Damit steht der Bau der Batterienfabrik im schleswig-holsteinischen Heide vor Unsicherheiten. Für das Projekt erhielt Northvolt von der Bundesregierung Fördergelder in Millionenhöhe.
Das Unternehmen gab den Bau der Fabrik im Januar 2024 bekannt, im darauffolgenden März feierte der Batteriezellenhersteller den Beginn der Arbeiten.
Davor verhandelte Northvolt lange mit staatlichen Stellen, um möglichst hohe Zuschüsse zu bekommen. Die Förderbank KfW zahlte ein Kredit von 600 Millionen Euro aus. Für diesen bürgten je zur Hälfte der Bund und das Land Schleswig-Holstein. Im Herbst 2024 wurden dann die Probleme bei Northvolt bekannt.
Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben Schulden in Höhe von umgerechnet knapp 5,7 Milliarden Euro und beantragte Ende November in den USA Gläubigerschutz, um sich zu sanieren.
Die KfW stellte dem Bund und dem Land daraufhin jeweils die 300 Millionen Euro fällig. Bislang hielt das Unternehmen an dem Fabrik-Projekt in Heide fest, Die Bauarbeiten für die Northvolt-Fabrik bei Heide sollen vorerst weitergehen.
Deutschland-Chef Christofer Haux hatte nach Start des Chapter-11-Verfahrens versichert, dass der deutsche Standort höchste Priorität genieße. Planmäßig soll die erste Zellmontage bei Heide in der zweiten Jahreshälfte 2027 beginnen, ehe im Anschluss der Fabrikhochlauf starten soll.
Wettbewerb mit CATL, BYD und LG
Nun bangen die Beschäftigten in Norddeutschland und 5.000 Northvolt-Angestellte in Schweden um ihre Arbeitsplätze. Die meisten arbeiten im Fabrikgelände in der kleinen nordschwedischen Gemeinde Skellefteå. „Es ist ein unglaublich schwieriger Tag für alle bei Northvolt“, erklärte Johnstone.
Im September 2024 hatte das Unternehmen angekündigt, schätzungsweise 1.600 Beschäftigte in Schweden zu entlassen und mehrere Expansionspläne auf Eis zu legen.
Northvolt kämpft schon länger mit Problemen wie steigenden Kapitalkosten, geopolitischer Instabilität, Störungen in der Lieferkette und Veränderungen der Marktnachfrage.
2016 gegründet galt Northvolt lange Zeit als europäische Hoffnung im Wettbewerb mit den dominierenden asiatischen Herstellern CATL und BYD aus China sowie LG aus Südkorea.
Die nachlassende Nachfrage nach Elektroautos in Europa und damit nach Batterien hat die Finanzschwierigkeiten von Northvolt beschleunigt. Auch sind die europäischen Hersteller technisch hochgradig von China abhängig. (afp/dts/dpa/red)
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