Scholz ruft am Jahrestag des Hitler-Attentats zum Einstehen für Demokratie auf

Der Attentatsversuch von Claus Schenk Graf von Stauffenberg auf Hitler jährt sich zum 80. Mal, er ist der Kontext für das Gelöbnis der Bundeswehrrekruten. Bundeskanzler Scholz hielt die Ehrenrede und mahnte mehr Engagement für Demokratie an – weswegen Deutschland auch „an der Seite der Ukraine“ stehen müsse.
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Bundeskanzler Olaf Scholz hielt eine Ehrenrede am Gedenktag des Hitler-Attentats. Symbolbild.Foto: via dts Nachrichtenagentur
Epoch Times20. Juli 2024

Bundeskanzler Olaf Scholz hat zum 80. Jahrestag des Attentats auf Adolf Hitler zum Einstehen für Demokratie und Freiheit aufgerufen. „Der Umsturzversuch am 20. Juli 1944 ist gescheitert. Die verbindenden Ziele des Widerstands sind es nicht“, sagte der SPD-Politiker bei einer Gedenkfeier der Bundesregierung in Berlin.

Es gebe den Gegenentwurf zur Nazi-Diktatur und das andere, bessere Deutschland. „Es ist das Deutschland unseres Grundgesetzes.“

Scholz: Demokratie auf jeden Einzelnen angewiesen

Vom Widerstand bleibe, nicht vor der Geschichte zu resignieren. Die Überzeugung, die auch heute verbinden müsse, laute: „Auf mich kommt es an“, machte Scholz deutlich. „Dafür brauchen normale Bürgerinnen und Bürger im demokratischen Deutschland keine lebensgefährlichen Heldentaten zu vollbringen.“

Dennoch müsse klar sein: „Unsere Demokratie ist auf unseren unermüdlichen Einsatz angewiesen, auf den Einsatz jeder und jedes einzelnen.“ Sie lebe davon, dass alle sich engagierten und auch Menschenfeindlichkeit und Extremismus entgegenträten.

Scholz stellte explizit mit Verweis auf den Jahrestag des versuchten Attentats klar: „Diejenigen, die unsere Demokratie bekämpfen, werden stets auf unseren entschiedenen Widerstand treffen.“

Zudem erinnerte der Kanzler ebenfalls an den Ukraine-Krieg: „Im Jahr 2024 können wir diesen 20. Juli nicht begehen, ohne Gedanken an die tapferen Bürgerinnen und Bürger der Ukraine, die seit mehr als zwei Jahren dem verbrecherischen russischen Angriffskrieg widerstehen“, sagte Scholz.

„Schon aus der Verantwortung vor unserer eigenen Geschichte kann es in dieser Lage für Deutschland nur einen Platz geben: an der Seite der Ukraine.“

Feierstunde im Berliner Bendlerblock

Die Feierstunde fand im Berliner Bendlerblock statt, dem heutigen Sitz des Verteidigungsministeriums. Dort waren 1944 nach dem Umsturzversuch Claus Schenk Graf von Stauffenberg und mehrere Mitverschwörer hingerichtet worden.

Neben Scholz nahmen unter anderem auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD), Bundesratspräsidentin Manuela Schwesig (SPD), Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) an der Veranstaltung teil und legten Kränze nieder.

Für den Nachmittag war an gleicher Stelle das feierliche Gelöbnis von rund 400 Rekruten geplant. Scholz sollte die Ehrenrede halten, Pistorius die Gelöbnisansprache.

Bei der Feierstunde in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand im Bendlerblock brachte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier einen Kranz zur Erinnerung an einer Gedenktafel an.

Bombenanschlag auf Hitler misslang

Am 20. Juli 1944 hatten Wehrmachtsoffiziere um Claus Schenk Graf von Stauffenberg vergeblich versucht, den Diktator Hitler mit einer Bombe zu töten, die nationalsozialistische Herrschaft zu stürzen und den Zweiten Weltkrieg zu beenden.

Stauffenberg und drei weitere Beteiligte wurden noch am selben Abend im Innenhof des Bendlerblocks in Berlin erschossen. Insgesamt wurden in Zusammenhang mit dem Umsturzversuch etwa 200 Beteiligte getötet oder in den Suizid getrieben.

(afp/dpa/red)



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