Erneuter Zwischenfall zwischen Griechenland und der Türkei
Die Beziehungen zwischen Griechenland und der Türkei sind gespannt. Nun kollidierten ein griechisches Kriegsschiff und ein türkisches Handelsschiff in der Ägäis.

Ein türkisches Kriegsschiff, dass zwischen der türkischen Küste und der Insel Lesbos patrouilliert.
Foto: OZAN KOSE/AFP/Getty Images
In der Ägäis hat es einen weiteren Zwischenfall zwischen Griechenland und der Türkei gegeben: Ein griechisches Kriegsschiff kollidierte dort mit einem türkischen Handelsschiff, wie die griechische Marine am Freitag mitteilte. Das türkische Schiff habe sich dem Kanonenboot genähert, das an einer Übung der Nato-Militärallianz teilnahm, und sei mit ihm zusammengestoßen.
Es habe weder Verletzte noch schwere Schäden gegeben, hieß es weiter. Die griechische Marine ging nach eigenen Angaben davon aus, dass es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen „klassischen Schiffsunfall“ ohne „provozierende Absicht“ gehandelt habe.
In der Ägäis kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen zwischen dem griechischen und dem türkischen Militär. Die Beziehungen zwischen den beiden Nato-Partnern sind angespannt.
Anfang April hatten griechische Soldaten Warnschüsse auf einen türkischen Hubschrauber abgegeben, nachdem sich dieser der kleinen Insel Ro im griechischen Teil der südöstlichen Ägäis genähert hatte. Einige Tage später kam ein griechischer Pilot beim Absturz seines Kampfflugzeugs über der Ägäis ums Leben. Nach Angaben der griechischen Armee befand er sich auf dem Rückweg von einem Einsatz, bei dem er türkische Kampfjets abfangen sollte.
Im März lehnte ein türkisches Gericht die Freilassung von zwei griechischen Soldaten ab, die bei einer Patrouille an der Grenze auf türkisches Gebiet geraten waren.
Die Türkei fordert ihrerseits die Auslieferung von acht türkischen Soldaten, die nach dem Putschversuch von Juli 2016 gegen den Staatschef Recep Tayyip Erdogan mit einem Hubschrauber nach Griechenland geflohen waren und dort Asyl beantragt hatten. Das lehnte Griechenlands Oberster Gerichtshof mit der Begründung ab, die Soldaten können in der Türkei mit keinem fairen Prozess rechnen. (afp)
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