Logo Epoch Times

Deutsche NGO nimmt 64 Migranten vor Libyen auf – Salvini: „Am besten fahren sie nach Hamburg“

top-article-image

Das Schiff "Seefuchs" der Regensburger Organisation Sea-Eye im Mittelmeer.

Foto: sea-eye.org/dpa

author-image
Artikel teilen

Lesedauer: 2 Min.

Die deutsche Organisation Sea-Eye hat 64 Flüchtlinge und Migranten von einem Schlauchboot vor der Küste Libyens geborgen. Unter den Menschen hätten sich auch Frauen und kleine Kinder befunden, teilte die Organisation am Mittwoch mit.
„Alle 64 Personen sind sicher an Bord unseres Schiffes“, schrieb Sea-Eye im Onlinedienst Twitter. Der italienische Innenminister Matteo Salvini forderte die Aktivisten auf, die Migranten nach Deutschland zu bringen.
Die Organisation Watch the Med, die eine Hotline für Flüchtlinge und Migranten in Seenot eingerichtet hat, hatte nach eigenen Angaben gegen 10.30 Uhr einen Notruf erhalten. „Die Behörden waren nicht erreichbar“, teilte die Organisation mit. Deshalb habe sie sich an das Schiff „Alan Kurdi“ von Sea-Eye gewandt, dass seit einer Woche in den Gewässern unterwegs ist.
Seit Juni 2018 ist offiziell die libysche Küstenwache für die Seenotrettung in diesem Bereich des Mittelmeers zuständig. Nach Angaben von NGOs reagiert sie jedoch nur selten auf Notrufe. Wo die von Sea-Eye eingesammelten Migranten an Land gehen können, ist unklar. Italien weigert sich seit Monaten, die Zuwanderer an Land gehen zu lassen.
„Ein Schiff unter deutscher Flagge, eine deutsche Hilfsorganisation, ein deutscher Reeder und ein Kapitän aus Hamburg – am besten fahren sie nach Hamburg“, erklärte Salvini, der Chef der Lega-Partei ist.
Nach Angaben von Watch the Med zufolge werden derzeit noch zwei weitere Flüchtlingsboote vermisst, die von Libyen aus aufgebrochen sind: eines mit 41 Menschen an Bord, das andere mit 50. Die italienische Küstenwache erklärte am Dienstag, sie sei über das zweite Boot informiert worden und habe die Informationen an die libysche Küstenwache weitergegeben.
Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) gibt es aber „immer noch keine Neuigkeiten“ von den Booten. Die „Alan Kurdi“ suche seit mehreren Tagen vergeblich nach ihnen. Dies zeige, dass die Such- und Rettungskapazitäten im Mittelmeer wieder verstärkt werden müssten, sagte der Sprecher der IOM, Flavio Di Giacomo.
Die EU-Kommission hatte im März bekanntgegeben, dass die Bergung von Flüchtlingen und Migranten auf See vorerst eingestellt werde. Hintergrund für das Aus der Mittelmeer-Mission „Sophia“ ist die Forderung Italiens, die Migranten auf die EU-Staaten zu verteilen. Darüber konnte auf EU-Ebene keine Einigung erzielt werden. (afp/so)

Kommentare

Noch keine Kommentare – schreiben Sie den ersten Kommentar zu diesem Artikel.

Bitte einloggen, um einen Kommentar verfassen zu können