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Merkel zur Corona-Impfung: „Niemand wird gezwungen, sich impfen zu lassen“ – Pfleger, Ärzte und Risikogruppen sollen die Ersten sein

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geht davon aus, dass nach Zulassung eines Impfstoffs gegen das neuartige Coronavirus zunächst Pflegekräfte, Ärzte und Menschen aus Risikogruppen geimpft werden. Doch ob überhaupt ein wirksamer Impfstoff jemals zur Verfügung steht ist unklar.

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Angela Merkel.

Foto: Henning Schacht - Pool/ Getty Images

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Lesedauer: 3 Min.

Die Bundesregierung hofft, dass die ersten Impfstoffe recht bald zugelassen werden. „Dann wird natürlich noch nicht genug Impfstoff zur Verfügung sein“, sagte die Kanzlerin. „Niemand wird gezwungen werden, sich impfen zu lassen, sondern es ist eine freiwillige Entscheidung“, so Merkel in einem Video zum Tag der offenen Tür der Bundesregierung, welches am Sonntag veröffentlicht wurde.
Unterdessen werde die Frage, wer bei Verfügbarkeit eines Impfstoffs zuerst geimpft wird, noch diskutiert. Kanzlerin Merkel will einen Impfstoff gegen SARS-CoV-2 zuerst für den Schutz des Gesundheitssystems selbst einsetzen.

Merkel: „Pflegekräfte, Ärzte und auch Menschen sind ganz vorne dran“

„Die Frage, wer wird zuerst geimpft, die wird diskutiert mit der Ständigen Impfkommission, mit der Wissenschaftsakademie Leopoldina und mit der Ethikkommission“, sagte Merkel. „Aber ich glaube, ich kann schon so viel verraten, dass ich sage, ganz vorn dran sind natürlich Pflegekräfte, Ärzte und auch Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören. Das sind dann allerdings schon recht viele in unserem Land.“
Die Vorbereitungen für eine Impfkampagne liefen. Die Bundesländer planten eigene Impfzentren. Sehen müsse man erst noch, wieviel Impfstoff zur Verfügung stehen werde und wie lange dieser Impfstoff immunisiere. Zentrale Aufgabe sei es, die Bevölkerung insgesamt immun gegen das Virus zu machen. Wenn 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung immun seien – durch Impfung oder eine durchgestandene Krankheit – sei das Virus „mehr oder weniger besiegt“, so Merkel. „Dann können wir auch alle Einschränkungen aufheben“, sagte sie.
Allerdings zeigen beispielsweise die immer wieder auftretenden Masernausbrüche in Deutschland, dass selbst Bürger die zweimal gegen Masern geimpfte sind an Masern erkranken und Impfungen anscheinend keinen wirksamen Schutz darstellen. Hingegen zeigt sich, dass Menschen, die einmal eine Masernerkrankung durchlebten, in der Regel lebenslangen Schutz vor Masern genießen.

Theurer: Bundesregierung muss die notwendige Impfstrategie parlamentarisch legitimieren

Der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Michael Theurer, forderte, die Bundesregierung müsse „die notwendige Impfstrategie parlamentarisch legitimieren und der Allgemeinheit rechtzeitig erklären, um eine breite Mehrheit in der Bevölkerung und in den Parlamenten zu gewinnen“.
Ähnliche äußerte sich Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz,  Eugen Brysch. Wer den Impfstoff zuerst erhalten solle, müsse vor allem im Bundestag diskutiert und entschieden werden. „Allein dessen demokratisch gewählte Mitglieder sind dafür vom Volk legitimiert.“ Bund und Länder sollten dann verbindlich festlegen, wie der Impfstoff auch die Menschen in den Pflegeheimen erreiche. (afp/dpa/dts)

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