Katholiken-Präsident stuft AfD als rechtsradikal ein – vergleicht sie mit der NSDAP und ruft zum Widerstand auf
Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken stuft die AfD als offen rechtsradikal ein und vergleicht sie mit der NSDAP.

AfD-Logo.
Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, stuft die AfD als offen rechtsradikal ein und rät von ihrer Wahl ab.
„Ich rufe zum übergreifenden Widerstand aller freiheitlich-demokratischen Kräfte auf“, sagte Sternberg der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstagsausgabe) mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen in Bayern und Hessen. Es müsse „unmissverständlich deutlich werden: So etwas geht in diesem Land nicht, so etwas wählen wir nicht, so etwas wollen wir nicht.“
Sternberg zog Parallelen zum Aufstieg der NSDAP. „In der Endphase der Weimarer Republik gab es auch eine Partei, die in den Parlamenten saß, und die Ungeheuerlichkeiten in die Parlamente getragen hat“, warnte der ZdK-Präsident. Der Aufstieg der Alternative für Deutschland müsse verhindert werden.
Dass AfD-Abgeordnete gewählt wurden, heiße nicht, „dass das, was sie machen, auch demokratischen Prinzipien entspricht“, hob Sternberg hervor, der rund 23 Millionen deutsche Katholiken vertritt. Parteichef Alexander Gauland bediene „eine rechtsradikale Klientel und führt eine rechtsradikale Partei“.
Zu den Protesten in Chemnitz in den vergangenen Wochen sagte der ZdK-Präsident in der „NOZ“, „man sollte nicht so tun, als sei das alles dumpfer Nationalismus“. Vielmehr müsse der Frage nachgegangen werden, warum sich manche Menschen in Deutschland abgehängt fühlten.
Zur Aufnahme von Flüchtlingen sagte Sternberg, die Zuwanderung habe selbstverständlich „wirtschaftlich, sozial und gesellschaftlich bedingte Grenzen“. „Diese Grenzen auszuloten, gerade auch um den Schutzbedürftigen den erforderlichen Schutz geben zu können, ist eine gewaltige gesamtgesellschaftliche Herausforderung“, mahnte Sternberg. (afp)
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