Britische Regierung: Boris Johnson nach Verlassen der Intensivstation in „extrem guter Stimmung“
Der britische Premierminister Boris Johnson befindet sich auf dem Weg der Besserung. Seine schwere Erkrankung hatte Großbritannien zuvor in einen Schockzustand.

Boris Johnson.
Foto: Peter Summers/Getty Images
Der an einer Coronavirus-Infektion erkrankte britische Premierminister Boris Johnson befindet sich auf dem Weg der Besserung und hat am Donnerstag die Intensivstation eines Londoner Krankenhauses verlassen. Johnson sei am Abend von der Intensivstation auf die normale Station verlegt worden, teilte die britische Regierung mit. Dort werde er während der „frühen Phase seiner Genesung genau überwacht“. Er sei in „extrem guter Stimmung“, hieß es weiter.
Der 55-jährige Premierminister lag seit Montag auf der Intensivstation des St.-Thomas-Krankenhauses in London und hatte nach Angaben seines Sprechers eine „Standard-Sauerstoffbehandlung“ erhalten.
Johnson war Ende März positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach mehr als einer Woche in Quarantäne wurde er am vergangenen Sonntagabend wegen „anhaltender Symptome“ ins Krankenhaus eingeliefert und am Tag darauf auf die Intensivstation verlegt. Seine schwere Erkrankung und seine Verlegung auf die Intensivstation inmitten der Corona-Krise hatten Großbritannien in einen Schockzustand versetzt. Das Vereinigte Königreich verzeichnet derzeit einen rasanten Anstieg bei den Corona-Infektionen.
Mehr als 60.000 Menschen haben sich landesweit angesteckt, knapp 8000 infizierte Patienten starben. Am Donnerstag meldete Großbritannien 881 weitere Todesfälle binnen eines Tages. In Großbritannien leben derzeit rund 66 Millionen Einwohner.
Johnson ist der ranghöchste Politiker weltweit, der mit dem neuartigen Virus infiziert ist. Die Verlegung eines Premierministers auf die Intensivstation während eines nationalen Ausnahmezustands war ein beispielloser Vorgang.
Verlängerungen der Corona-Maßnahmen im Gespräch
Unterdessen diskutierte das verbliebene Kabinett unter Johnsons Vertreter, Außenminister Dominic Raab, die Verlängerung der am 23. März verhängten drastischen Maßnahmen zur Eindämmung der Gesundheitskrise. Diese laufen eigentlich am Montag aus.
Raab erklärte, dass die Maßnahmen wahrscheinlich nicht unmittelbar aufgehoben würden: „Wir sind noch nicht fertig, wir müssen weitermachen.“ Die Todeszahlen stiegen und der Höhepunkt der Pandemie sei noch nicht erreicht, „deshalb ist es zu früh, um die Maßnahmen aufzuheben“. Er rechne damit, bis Ende nächster Woche mehr dazu sagen zu können.
Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon wurde am Donnerstag deutlicher: Die Ausgangsbeschränkungen werden wahrscheinlich „noch einige Wochen dauern“, sagte sie bei einer Pressekonferenz.
Wegen der für das Osterwochenende vorhergesagten frühlingshaften Temperaturen forderten derweil mehrere Minister des britischen Kabinetts die Bevölkerung auf, die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Krise zu befolgen und die Regeln zur sozialen Distanzierung einzuhalten. (afp/sua)
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