Abteilung Einheitsfront: Chinas KP überwacht Studienheimkehrer aus Übersee
Die Kommunistische Partei in China beobachtet intensiv die heimgekommenen Studenten aus Übersee. Eine Organisation übernimmt die Überwachung, die zivil erscheint – jedoch der strengen Kontrolle der Partei unterliegt.

Überwachungskamera (Symbolbild).
Foto: iStock
Die Behörden der Kommunistischen Partei Chinas überwachen aktiv chinesische Studenten, die im Ausland studiert haben und anschließend wieder nach China zurückgekehrt sind. Die Überwachung der Heimkehrer aus Übersee erfolgt durch eine nationale Organisation, die eine zivile Gruppe zu sein scheint, aber von der Partei streng kontrolliert wird und der Abteilung für Arbeit an der Einheitsfront unterstellt ist.
Western Returned Scholars Association
Dem amerikanischen TV-Sender NTD wurden mehrere interne Dokumente von Stadtbehörden in Chinas zentraler Provinz Henan zugänglich gemacht.
Eines der Dokumente besagt, dass Bürger, die im Ausland studiert haben, ein wichtiges Ziel für die Einflussnahme der Partei sind. Ein weiteres listete sehr detaillierte Informationen über 300 Bürger auf, die in Übersee studiert hatten. Die Informationen enthielten unter anderem Name und Geburtsdatum, die Universität, die sie besucht haben, ihren Arbeitsplatz, Adress- und Kontaktinformationen, sowie die Frage, ob sie Parteimitglied sind.
Diese jungen Menschen besuchten Schulen in Australien oder in vielen verschiedenen Ländern in Europa und Nordamerika.
Die Vereinigung gehört zu einer nationalen Organisation, die enge Beziehungen zu chinesischen Staatsbürgern hat, die Diplome von Universitäten in Übersee besitzen. Sie nennt sich die Western Returned Scholars Association (WRSA) und es gibt sie seit 1913.
Die Einheitsfront der KPC im Ausland
Für die chinesischen Behörden ist diese Organisation recht bedeutend. Sie untersteht direkt der Einheitsfront-Abteilung Chinas, die Spionageoperationen für die Partei durchführt und versucht, Führer verschiedener Gruppen in Übersee für sich zu gewinnen, wie etwa von Vertretern ethnischer Minderheiten, politischer Gruppen und religiöser Bewegungen. Auch macht sie sich an Vertreter von Wirtschaft und Wissenschaft im Ausland und in China heran.
Infolge beansprucht die Kommunistische Partei Chinas das Recht, im Namen dieser Gruppen zu sprechen, um Legitimität zu erlangen.
Dieser für die Einheitsfront zuständigen Abteilung geht es hauptsächlich darum, die Ausweitung des Einflussbereichs der KPC in ausländischen Gemeinschaften zu erreichen.
Führer Xi spricht beim WRSA-Jubiläum
Anlässlich des 100. Geburtstages der WRSA hielt sogar der chinesische Führer Xi Jinping eine Rede. Xi forderte die Organisation auf, eine Brücke zu sein, die Studenten aus Übersee mit der Partei verbindet.
Von den mehr als 40.000 Mitgliedern der Organisation haben mindestens 6.000 in den USA studiert. Viele von ihnen haben einen Abschluss an Eliteschulen wie Harvard oder dem Massachusetts Institut of Technology (MIT).
Im Jahr 2016 veröffentlichten die chinesischen Behörden ein Dokument, in dem die Organisation dazu aufgefordert wurde, zur Aufrechterhaltung der Führung der Kommunistischen Partei Chinas beizutragen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Zudem solle die WRSA eine Datenbank über Talente aus Übersee erstellen, die nach China zurückgekehrt sind. Die Organisation solle sich auch über deren Situation informieren.
Von der Organisation erwartet die Partei, die zurückgekehrten Studenten anzuleiten, „die Geschichte Chinas gut zu erzählen“, ihre Verbindungen zu internationalen Organisationen zu festigen und gleichzeitig Chinas Strategien zu dienen. Zu diesen zähle auch die „Belt and Road Initiative“ (Neue Seidenstraße).
Die WRSA wurde von den Behörden aufgefordert, eine Zweigstelle der Partei einzurichten, deren Führung die Kommunistische Partei übernehmen werde, um dafür zu sorgen, dass die Politik der Partei auch umgesetzt wird.
Mit Material von NTD
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