Nach Anschlag auf Familienpark in Pakistan: Fast 70 Tote und 340 Verletzte – Frauen und Kinder Hauptopfer
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Unter den Opfern sind hauptsächlich Frauen und Kinder, wie die Behörden mitteilten. Die pakistanische Taliban-Gruppe Jamaat ul-Ahrar bekannte sich zu der Bluttat und erklärte, Ziel seien Christen gewesen. In dem gut besuchten Park waren am Ostersonntag, einem der ersten warmen Tage des Jahres, auch viele christliche Familien, wie der hohe Verwaltungsbeamte Mohammed Usman sagte.
Es war einer der schwersten Anschläge in Pakistan seit langem. Augenzeugen erzählten laut Medienberichten, blutende und verstümmelte Opfer seien teils mit Rikschas und Taxis in umliegende Krankenhäuser gebracht worden. Dort wurden Notfallmaßnahmen ergriffen. Laut dem Einsatzleiter wurden Armeeärzte zur Hilfe gerufen. Im Fernsehen wurde um Blutspenden gebeten.
Der Sprecher der Armee, General Asim Bajwa, meldete per Kurznachrichtendienst Twitter, dass die Regierung die Armee zur Sicherung des Geländes angefordert habe. Soldaten errichteten eine Sperrzone. Der Ministerpräsident der Provinz Punjab, Shehbaz Sharif, rief eine dreitägige Trauerzeit aus.
Die Bundesregierung, die EU und die USA verurteilten den Terroranschlag scharf. „Dieser abscheuliche Anschlag gegen Familien in einem belebten Park zeigt, dass sich Terrorismus in seinem mörderischen Wahn gegen alle Menschen gleichermaßen richtet – gleich ob Mann oder Frau, jung oder alt, gleich welchen Glaubens und welcher Hautfarbe“, erklärte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin. Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates der USA, Ned Price, sprach von einer „feigen“ und „entsetzlichen“ Tat. Die USA stünden an der Seite des pakistanischen Volkes und der Regierung.
Punjab hat seit mehr als einem Jahr keinen größeren Anschlag erlebt. In der Provinz Khyber Pakhtunkhwa gab es aber jüngst einen Anschlag auf einen Bus voller Regierungsangestellter; 16 Menschen starben.
Ende Februar hatten dort pakistanische Taliban auch eine Universität angegriffen und mehr als 20 Menschen getötet, darunter 17 Studenten. Kurz darauf kündigten sie weitere Anschläge an.
Seitdem im Dezember 2014 pakistanische Taliban in einer von der Armee betriebenen Schule in Peshawar 136 Kinder getötet hatten, hat die Armee ihre Operationen gegen Extremisten massiv erweitert. Dem Terrorismus werde das Rückgrat gebrochen, wiederholen Armeechef und -sprecher immer wieder. Die Zahl der Anschläge und ihrer Opfer ging 2015 auch stark zurück. Aber Anschläge wie in Lahore zeigen, dass Extremisten weiter über Ressourcen und Rekruten verfügen.
(dpa)
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